15.09.–18.11.2018

Eröffnung: 14.09.2018, 19h

Der Portikus freut sich die Ausstellung o potio n. der Künstlerin Thea Djordjadze (*1971, Tbilisi, Georgien) anzukündigen.  Die Arbeiten der Künstlerin sind ortspezifisch, so dass Ausgangspunkt ihrer Installationen für o potio n. der Ausstellungsraum des Portikus ist, ein White Cube nahezu ohne sichtbare Vergangenheit.

Es ist dabei weniger die Geschichte eines Ortes, sondern seine Elemente, Achsen oder speziellen Eigenheiten, auf die sich Thea Djordjadze bezieht. Im Modus ihrer Ausstellungen sind die Räume demnach nicht als bloße Präsentationsorte aufzufassen, sondern vielmehr als Atelier-Ausstellungsraum. Der institutionelle Raum verschmilzt mit dem Atelier in dem Moment, in dem Materialien und bereits zuvor angefertigte Elemente im Ausstellungsraum installiert, weiterentwickelt oder (neu) erfunden werden und Raum und Werk so zu Komplizen werden. Industrielle Materialien, Plexiglas, Aluminium und farbige Metalle treffen oft auf Holz, Teppiche, Stoffen, Kunsthandwerk und Malerei. Diese Kontraste öffnen die Installationen für Narration und Interpretation, und schaffen auch Verbindungen innerhalb der Arrangements durch ihre eigenen materiellen Qualitäten wie etwa Spiegelungen.

Thea Djordjadze Arbeiten sind eigene Einheiten, behaupten einen Eindruck des Raums, sie kommentieren ihn, erweitern ihn und fügen ihm etwas hinzu. Genau wie der Raum selbst als Behältnis für etwas steht, suggerieren Djordjadzes Arbeiten durch ihre Form eine Funktionalität, die in ihren Installationen durchaus Assoziationen von komisch-menschlichen Formen, fragilen Artefakten bis hin zu scheinbar sinnvollen Gebrauchsgegenständen wecken. Die Verbindung vom Raum zu den Installationen, die nicht selten wie eigene Systeme darin agieren, bleibt opak/vage, dennoch existiert ein spürbarer aktiver Austausch, der im Schwebezustand zwischen funktionaler Architektur und autarkem System aufrechterhalten wird.

Architektonische Elemente wie Wände, Podeste oder Friese sind Einschnitte im Raum, die Wege, Ebenen und Abgrenzungen definieren, genau auch wie Sockel, Raumteiler und Regale, die verschiedene Bedeutungen und Rollen annehmen können. Ähnlich ist es mit dem Ausstellungstitel o potio n. – er verneint eine genaue Bedeutung zugunsten eine Aneinanderreihung von Buchstaben, die eine Abkürzung, eine unbekanntes Wort oder sogar Konkrete Poesie sein könnten.

Thea Djordjadze lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, darunter in der Pinakothek der Moderne, Staatliche Graphische Sammlung München (2017); dem MoMA PS1, New York (2016); der Secession, Wien (2016); der South London Gallery (2015); dem MIT Cambridge (2014); dem Aspen Art Museum (2013); der Malmö Konsthall (2012); dem The Common Guild Glasgow (2011); der Kunsthalle Basel (2009) und dem Kunstverein Nürnberg (2008). Zudem hat sie an der 56. Venedig Biennale (2015); der dOCUMENTA 13, Kassel (2012) und der 5. Berlin Biennale (2008) mitgewirkt.

Anlässlich Georgiens Auftritt als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 wurde die Ausstellung in Zusammenarbeit mit Creative Georgia und dem Georgian National Book Centre realisiert, genauso wie mit der freundlichen Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport Georgiens.